Besser als die Alternativen.

Durchmesserlinie schlägt Ringbahn

Die Idee einer Ringbahn für die Region Basel ist nicht neu. Immer wieder wurde und wird behauptet, sie sei schneller, günstiger und einfacher umzusetzen als die Durchmesserlinie und bringe mehr Nutzen. Vertiefte Untersuchungen haben diese Behauptungen jedoch mehrfach widerlegt.

Ringbahn-Vorschläge aus den letzten 25 Jahren.

Die Ringbahn-Ideen setzen auf eine oberirdische Strecke vom Bahnhof SBB über die Elsässerbahn nach St. Johann. Von dort führt sie in einem grossen Bogen über eine neue Rheinbrücke in den Raum Kleinhüningen und weiter zum Badischen Bahnhof. Zusammen mit der bestehenden Verbindungsbahn vom Badischen Bahnhof über die Rheinbrücke, das Gellert und zurück zum Bahnhof SBB entsteht so ein geschlossener Ring.
  • An eine Ringbahn können zwar alle Korridore, die nach Basel führen, angeschlossen werden. Allerdings ist aus jedem Korridor  die Einfahrt in den Ring nur in einer Richtung möglich. So entstehen zwar neue Verbindungen, diese sind aber wenig attraktiv, weil die Züge einen grossen Umweg um die Stadt fahren müssen. Die Fahrzeiten sind zu lang und gegenüber der Strasse nicht konkurrenzfähig - genau wie heute.
     
  • Die Durchmesserlinie schafft dagegen die kürzeste und schnellste Verbindung zwischen Basel SBB und dem Badischen Bahnhof. Sie ermöglicht schnelle, direkte Verbindungen quer durch die Stadt, zum Beispiel vom Wiesental ins Fricktal oder vom Birstal an den Hochrhein. Damit wird die Bahn attraktiver, sie stärkt den öffentlichen Verkehr und entlastet die Strasse.
     
  • Für Agglomerationen in der Grösse von Basel entsprechen sternförmige Systeme ganz grundsätzlich besser der Nachfrage als Ringbahnen.
  • Für eine Ringbahn müsste aus Kapazitätsgründen die Elsässerbahn zwischen Basel SBB und Basel St. Johann von zwei auf vier Gleise ausgebaut werden. Das ist entlang der heutigen Strecke aber kaum möglich, denn Im Bereich der offenen Strecke würde aus städtebaulichen und ökologischen Gründen ein vierspuriger, vollständig überdeckter, tunnelartiger Ausbau nötig. Und Im Bereich der beiden bestehenden Tunnels, die nur knapp unter der Oberfläche verlaufen, würden neue, viel breitere Tunnels nötig - im Fall des Kannenfeldtunnels auf rund 1'000 m Länge direkt unter der Strassburgerallee.  Da ist es ist es viel wahrscheinlicher, dass ein von der heutigen Strecke unabhängiger neuer Tunnel für zwei Gleise erstellt würde.
  • Auch die Verbindung von Basel St. Johann zum Badischen Bahnhof wäre aufwändig. Wegen der dichten Bebauung und der laufenden Siedlungsentwicklung ist eine durchgehend oberirdische Lösung nicht möglich. Auch hier wäre ein längerer Tunnel nötig.
  • Würde die Ringbahn weiter nördlich - ausserhalb der dichten Siedlungsfläche - gebaut, läge ein grosser Teil der Strecke im Ausland.
  • Die Durchmesserlinie verläuft zwar ebenfalls grösstenteils unterirdisch, aber auf der kürzesten und direktesten Strecke.
  • Technisch ist die Ringbahn also nicht einfacher als die Durchmesserlinie. Und die Konflikte im Raum - mit der vorhandenen Bebauung und den vielfältigen Nutzungen - sind bei der Ringbahn mindestens so gross wie bei der Durchmesserlinie.
  • Eine Ringbahn bedingt lange Tunnelstrecken und ein mehrfaches "Auftauchen" der Strecke in oberirdische Lage. Der technische Aufwand, die Komplexität sind höher als bei der Durchmesserlinie, was sich direkt in höheren Kosten niederschlägt.
  • Aufgrund der längeren Tunnelabschnitte und den zusätzlichen notwendigen Anpassungen in Basel St. Johann wird die Bauzeit der Ringbahn länger sein als jene der Durchmesserlinie.
  • Die Durchmesser schneidet also betreffend Kosten und Bauzeit besser ab als eine Ringbahn - und bringt erst noch mehr Nutzen.
  • Der Bund anerkennt die Notwendigkeit einer unterirdischen Direktverbindung zwischen Basel SBB und dem Badischen Bahnhof. Er hat die Durchmesserlinie in die Eckwerte für die kommenden Botschaften aufgenommen, mit denen das eidgenössische Parlament den weiteren Bahnausbau finanziert.
  • Ein Wechsel zur Ringbahn würde die Planung um mindestens zehn Jahre zurückwerfen. Zuerst müssten Bund und Parlament von diesem grundlegenden Konzeptwechsel überzeugt werden. Danach müssten die planerischen Grundlagen neu erarbeitet und das Projekt für die neue Linienführung von Grund auf vertieft werden.
  • Würde die Ringbahn teilweise über ausländisches Gebiet führen, wäre das zwar grundsätzlich möglich, würde das Verfahren aber zusätzlich verzögern. Unter anderem wären dafür Staatsverträge nötig.
Klares Fazit: Die Durchmesserlinie schlägt die Ringbahn. Sie ist günstiger, einfacher und schneller. Und bringt erst noch mehr Nutzen.