Das ist die Durchmesserlinie.
- Wegen der dichten städtischen Bebauung verläuft die Durchmesserlinie unterirdisch in einem Tunnel. Sie besteht aus zwei Gleisen und bindet die beiden grossen Basler Bahnhöfe so an, dass Züge aus dem Birs-, Ergolz- und Fricktal direkt zum Badischen Bahnhof und weiter ins Wiesental und an den Hochrhein fahren können, ohne zu wenden. Die heute nötigen Zugswenden an beiden Bahnhöfen («Spitzkehren») entfallen.
- Das verkürzt die Reisezeiten und macht das Umsteigen überflüssig. So wird die S-Bahn wesentlich attraktiver und zu einer echten Alternative zu den schon heute überlasteten Strassen.
- Geplant ist die Durchmesserlinie vor allem als neue Tunnelstrecke. Sie soll die beiden Bahnhöfe unter der Altstadt, dem Rhein und dem Kleinbasel möglichst direkt verbinden. So bleiben die Kosten tief und die Fahrzeit kurz. Gleichzeitig werden Hindernisse im Boden und allfällige geologische Herausforderungen berücksichtigt. Die Bauarbeiten erfolgen zu einem grossen Teil "unsichtbar" im Untergrund.
Das macht die Durchmesserlinie aus.
Im ETH-Gutachten «Verkehr ‘45» wurde das Vorhaben «Herzstück» als zu gross beurteilt und zurückgestuft. Der Gutachter hielt in seinen Bewertungsnotizen aber fest:
«Eine weniger komplexe und möglicherweise finanzierbare Alternative wäre ein vereinfachter Durchmessertunnel (…). Die Verbindung der beiden Bahnhöfe über eine Nordschleife ist für den S-Bahn-Ausbau aufgrund der Verkehrsgeographie zwingend (…).»
Die Durchmesserlinie entspricht genau dieser Stossrichtung.
- Zusätzliche Haltestellen auf der Gross- und Kleinbasler Seite bleiben möglich. Ob sie realisiert werden, ist derzeit offen.
- Falls die Strecke von Basel SBB über Basel St. Johann Richtung Frankreich künftig weiter ausgebaut werden muss, kann das System mit einem weiteren Tunnel später ergänzt werden.
Die Durchmesserlinie Basel bleibt also stark ausbaufähig.
Die Bevölkerung und Wirtschaft in der trinationalen Agglomeration Basel wachsen seit Jahren stetig und mit ihnen die Nachfrage nach Mobilität. Die S-Bahn bildet dabei das Rückgrat im öffentlichen Verkehr. Sie ist das wichtigste Element, um die steigende Verkehrsnachfrage zu bewältigen.
Doch das S-Bahn-Angebot ist stark limitiert und wenig attraktiv:
- Das Schienennetz ist heute schon stark ausgelastet: In Basel nutzen Regional-, Fern- und Güterverkehr dieselben Gleise. Für zusätzliche Bahnangebote bleibt kaum noch Platz.
- Es fehlen direkte Verbindungen quer durch die Agglomeration - sehr häufig müssen Zugreisende umsteigen.
- Die S-Bahn-Züge müssen in Basel SBB und am Badischen Bahnhof wenden. Diese «Spitzkehren» kosten Zeit und blockieren wertvolle Kapazitäten.
- Da das S-Bahn-Angebot zu wenig attraktiv ist, läuft zu viel Verkehr über die Strasse, insbesondere bei grenzüberschreitenden Fahrten. Das führt täglich zu Stau und Ausweichverkehr.
In Richtung Elsass und zum EuroAirport kann ab 2030 auf den bestehenden Gleisen ein durchgehendes S-Bahn-Angebot eingeführt werden. In Richtung Wiesental und Hochrhein ist dies jedoch aufgrund fehlender Kapazitäten nicht möglich. Darum braucht es die Durchmesserlinie.
Die Durchmesserlinie Basel erhöht die Kapazität des Schienennetzes:
- Sie schafft neue Gleise für den regionalen Verkehr.
- Die Durchmesserlinie trennt den S-Bahn-Verkehr besser vom übrigen Personen- und Güterverkehr. So wird auf dem bestehenden Netz mehr Kapazität frei.
- Es werden direkte Verbindungen ohne Umsteigen möglich.
- Die S-Bahn-Züge müssen in Basel SBB und am Badischen Bahnhof nicht mehr wenden. Die «Spitzkehren» fallen weg und die Verbindungen werden schneller.