Das unterscheidet die Durchmesserlinie vom «Herzstück»
- Das Bahnsystem in und um Basel ist gross und komplex. Deshalb spricht man vom «Bahnknoten Basel». Er reicht von der Grenze zu Frankreich bis nach Muttenz und von Weil am Rhein bis nach Münchenstein. Dazu gehören Bahnhöfe und Perrons, Gleise, Tunnel und Brücken sowie Rangier-, Abstell- und Serviceanlagen.
- Die Planungen der letzten Jahre bezogen sich auf diesen ganzen Knoten. Sie berücksichtigten den regionalen, nationalen und internationalen Personen- und Güterverkehr gleichermassen. Entsprechend gross waren Umfang und Komplexität des Vollausbaus. Zuletzt wurden die Kosten auf über 14 Milliarden Franken und die Realisierungsdauer auf knapp 60 Jahre geschätzt.
- Teil dieses Vollausbaus war auch das «Herzstück». Es umfasste die Tunnelverbindung zwischen Basel SBB und Badischem Bahnhof, die Verbindung nach Basel St. Johann, eine unterirdische Verzweigung, die Haltestellen Basel Mitte und Basel Klybeck sowie Tiefbahnhöfe in Basel SBB und im Badischen Bahnhof. Hinzu kamen grössere Vorbereitungsmassnahmen.
Aufs Maximum reduziert
Im ETH-Gutachten «Verkehr ‘45» (2025) wurde der Bahnknotenausbau Basel mit dem «Herzstück» als zu gross beurteilt und zurückgestuft. Der Gutachter hielt in seinen Bewertungsnotizen aber fest: «Eine weniger komplexe und möglicherweise finanzierbare Alternative wäre ein vereinfachter Durchmessertunnel (…). Die Verbindung der beiden Bahnhöfe über eine Nordschleife ist für den S-Bahn-Ausbau aufgrund der Verkehrsgeographie zwingend (…).»
Die Region Basel hat deshalb jene Projektteile priorisiert, die innert nützlicher Frist, mit vernünftigem finanziellem Aufwand und mit grossem Nutzen umgesetzt werden können. Das Ergebnis ist die Durchmesserlinie.
Gegenüber dem «Herzstück» ist die Durchmesserlinie deutlich einfacher aufgebaut. Folgende Infrastrukturelemente entfallen, werden einfacher oder sind neu optional :
- Die Tunnelverbindung nach Basel St. Johann («Westast») entfällt.
- Die Durchmesserlinie ist deutlich kürzer als die bisherige Verbindung zwischen Basel SBB und Basel Bad Bf («Ostast»).
- Das unterirdischer Verzweigungsbauwerk entfällt (zwischen «Ostast» und «Westast»)
- Die Anpassungen am Bahnhof Basel St. Johann inklusive Zufahrtsrampe zum Tunnel («Westast») entfallen.
- Die Haltestellen Mitte und Klybeck sind nicht mehr feste Bestandteile, sondern Optionen.
- In der Haltestelle Mitte sind nur zwei statt vier Gleise nötig.
- Die Anbindung an den Bahnhof Basel SBB wird vereinfacht, sodass weniger Gleise nötig sind.
- Mehrere Brücken, Ein- und Ausfahrten sowie Tunnelabschnitte im Bereich des gesamten Bahnknotens entfallen.
Dank ihres deutlich geringeren Infrastrukturumfangs sinken die Kosten der Durchmesserlinie voraussichtlich auf weniger als die Hälfte des geschätzten Vollausbaus.
«Herzstück» und Durchmesserlinie im Vergleich
Zudem können die Auswirkungen der Durchmesserlinie eingeblendet werden: Zahlreiche Bauwerke können entfallen - deshalb wird die Durchmesserlinie deutlich einfacher, günstiger und schneller zu realisieren als das «Herzstück».